Schulklausur März 2016, Foto: Alexander Burzik
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Spatenstich für Neubau der Staatlichen Gemeinschaftsschule Weimar

Erster Spatenstich für den Neubau der Staatlichen Gemeinschaftsschule in Weimar. Weimar wird Modellstandort für zukunftsfähige Bildungsarchitektur

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Spatenstich für NEUBAU an der Hart, Foto: IBA Thüringen

In den kommenden Monaten entsteht auf dem parkähnlichen Grundstück ›Am Hartwege‹ in Oberweimar ein Ensemble aus drei Lernhäusern, das zeitgemäße Bildung durch innovative Architektur ermöglicht. Das Projekt entstand in Kooperation der Stadt Weimar mit der Schule, der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft sowie der Internationalen Bauausstellung (IBA) Thüringen.

Mit einem symbolischen ersten Spatenstich durch die Thüringer Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft Susanna Karawanskji, Weimars Oberbürgermeister Peter Kleine, IBA Geschäftsführerin Marta Doehler-Behzadi, die Vorständin der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft Barbara Pampe und Harald Zeil, Lehrer an der Staatlichen Gemeinschaftsschule, haben heute die Hochbauarbeiten für den zukunftsorientierten Schulneubau begonnen. Die Modernisierung der Sporthalle ist mit einem zeitlichen Versatz von circa einem Jahr geplant. Nach den Sommerferien 2024 soll in den neuen Schulgebäuden der Unterricht aufgenommen werden.

»Der Neubau der Gemeinschaftsschule ›Am Hartwege‹ in Weimar ist etwas ganz Besonderes«, so Ministerin Karawanskij. »Hier entsteht nicht nur ein attraktiver Lernort mit zeitgemäßen Rahmenbedingungen, sondern ein Modell für die ›Schule der Zukunft‹. Deshalb fördert das Land das Projekt mit insgesamt 11 Millionen Euro aus dem Schulbauinvestitionsprogramm und IBA Ergänzungsmitteln«, fügte die Ministerin hinzu.

Peter Kleine, Oberbürgermeister der Stadt Weimar: »Mit dem Schulneubau erhält Weimar ein neues Flaggschiff für modernste Pädagogik. Jeder Euro, den wir hier gemeinsam investieren und verbauen, ist ein Stück Zukunft für den Bildungsstandort. Ich danke allen Beteiligten für die außergewöhnlich gute und engagierte Zusammenarbeit.«

Die Stadt Weimar hatte sich zusammen mit der Staatlichen Gemeinschaftsschule im Jahr 2014 erfolgreich bei der Internationalen Bauausstellung (IBA) Thüringen beworben. Marta Doehler-Behzadi, Geschäftsführerin der IBA: »Eine Schulgemeinschaft, ihre Stadt, eine Stiftung und eine Bauausstellung schaffen gemeinsam einen Lernort. Hier geht es um eine konsequent durchdachte Aussage, wie ein Schulgebäude organisiert und wie gut es gestaltet sein muss, um den heutigen und zukünftigen Anforderungen des Lernens gerecht zu werden. Das Weimarer Beispiel hat schon jetzt Modellcharakter und lädt zur Nachahmung ein.«

2016 folgte die erfolgreiche Bewerbung bei der bundesweiten Ausschreibung ›Inklusive Schulen planen und bauen‹ der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft. Dank ihrer finanziellen Unterstützung und fachlichen Mitwirkung wurden die pädagogischen Leitbilder herausgearbeitet, weiterentwickelt und in konkrete räumliche Anforderungen übersetzt.

Die Stiftung beauftragte daraufhin ein erfahrenes, interdisziplinäres Planungsteam mit der Entwicklung eines innovativen Entwurfs. Er überwindet die Grenzen herkömmlicher Schulgebäude und Klassenräume. Herzstück des Entwurfs sind rund 400 m² große, helle und hohe Lernlofts, in denen jeweils drei jahrgangsgemischte Gruppen zusammen lernen und arbeiten werden. Je drei dieser Geschosse bilden ein Lernhaus. Die Erschließungswege auf einer Etage werden vollständig in die Lernlandschaft integriert. Die Treppenhäuser werden in den Außenraum verlagert. Durch die Trennung von Konstruktion und Ausbau können die Lernhäuser auch mittelfristig auf Veränderung von Schule reagieren. Raumhöhe, -tiefe und Fassade der Lernlofts wurden so geplant, dass eine natürliche Lüftung ohne zusätzliche Klimatechnik möglich ist.

Barbara Pampe, Vorständin der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft: »Wir hoffen, dass zukunftsfähige Schulen wie diese eine große Signalwirkung für den Schulbau in ganz Deutschland entwickeln. Es war der partizipative und integrative Planungsprozess, der in diesem Projekt zahlreiche Innovationen hervorgebracht hat. Dieses Prozess- und Planungswissen teilen wir jetzt auch auf einer Online-Plattform.« Alle auf www.schulbauopensource.de zur Verfügung gestellten Materialien sind frei zugänglich und tragen so zum Transfer von Know-how, Qualität und Innovation im Schulbau bei.

Harald Zeil, Lehrer an der Staatlichen Gemeinschaftsschule: »Unsere Schule entwickelt sich seit ihrer Gründung 1993 sehr dynamisch. Dabei war unsere engagierte und solidarische Schulgemeinschaft immer aktiv bei jedem Schritt dabei. Wir freuen uns sehr auf den neuen Schulbau, denn wir bekommen immer mehr Schüler und wollen unserem Anspruch, gute, inklusive Pädagogik nach Jenaplan zu betreiben, auch räumlich gerecht werden. Mein Dank gilt neben den Projektpartnern auch meinen Kollegen, Schülern und Eltern, die sich lange in Geduld üben mussten.«

Projektbeteiligte:

Projektträger
Stadt Weimar
Staatliche Gemeinschaftsschule Weimar

Kooperationspartner
Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft, Bonn
IBA Thüringen

Planungsteam
Gernot Schulz Architekten, Köln
Hausmann Architekten, Aachen
Schulbauberater Walter Heilmann, Köln
Ingenieurbüro Hausladen, München
Studio Urbane Landschaften, Hamburg
Ingenieurbüro Matthias Münz, Weimar
Ingenieurbüro Fruth, Grässner & Partner, Erfurt
IBC Ingenieurbau-Consult GmbH, Mainz
Ernst2 Architekten AG, Hannover
STF Energy GmbH, Erfurt
Leonhardt, Andrä und Partner Beratende Ingenieure VBI AG, Erfurt
IEB, Ingenieurbüro Endter und Butler, Erfurt
Station C23, Weimar

Förderung
Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft
Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft, Bonn

veröffentlicht am 16.05.2022