Schulgebäude Gropiusstraße, Foto: Candy Welz
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UNSER Bundestag – Die Juniorwahl an der Jenaplanschule Weimar

429 SchülerInnen unserer Schule nahmen an der Juniorwahl zur Bundestagswahl teil. Dank der großen Unterstützung vieler Wahlhelfer und der elften Klassen wurde sie zu einem besonderen Erlebnis. Lest hier nun alles zu den Wahlergebnissen.

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Urnengang bei der Juniorwahl in der Gropiusstraße, Foto: Eigene Aufnahme, G. Herrmann

Die Bundestagswahl vom 24.09.2017 ist schon längst vorbei, die Koalitionsverhandlungen in Berlin laufen und wir beobachten gespannt, wie sie ausgehen. Sehr wahrscheinlich wird es zu einer Koalition zwischen CDU, CSU, FDP und Bündins90/Die Grünen kommen, die dann in den nächsten 4 Jahren die Bundesregierung bilden und die Gesetze, die der neue Bundestag verabschiedet hat, umsetzen wird.

Doch wäre es nach den Schülern unserer Schule gegangen, würde der neue Bundestag ganz anders aussehen: Denn in der Woche vor Beginn unserer Schulfahrten (11.-14.09.2017) nahmen an vier Tagen 429 SchülerInnen der Mittel-, Ober- und Jugendgruppen, also zwischen dem vierten und elften Jahrgang, an der Juniorwahl teil. Mit 83,46 % lag die Wahlbeteiligung dabei deutlich höher als die der Erwachsenen. [Die Juniorwahl ist eine Wahl, die genauso abläuft, wie die echte Bundestagswahl, bei der die gleichen Regeln gelten und die gleichen Wahlzettel verwendet werden. Leider nur zählen die Stimmen nicht für die richtige Bundestagswahl.]
Mit der Hilfe von 46 Wahlhelfern aus allen Stammgruppen und den SchülerInnen des elften Jahrgangs stemmten wir dieses Mammutprojekt: Den Einstieg machte der Sozialkundekurs des elften Jahrgangs, der die Schulgemeinschaft in zwei Wocheneröffnungen auf das Thema einstimmte und mit nötigen Hintergrundinformationen versorgte. Anschließend boten die Ausarbeitungen der Obergruppen und 11er zu den Wahlprogrammen aller Parteien, die in beiden Schulhäusern aushingen, die Möglichkeit, sich umfassend über die Ideen und Forderungen der Parteien zu informieren. (Herzlichen Dank auch an Hannah Koch von den Falken, die sich die Mühe machte, zusätzlich Die Partei mit einem Plakat vorzustellen!)

Und schließlich kam die Wahlwoche. Die Wahlhelfer waren umfassend in einer extra Veranstaltung informiert worden, hatten die Wahlverzeichnisse und Wahlbenachrichtigungen für ihre Stammgruppen ausgefüllt und erschienen pünktlich mit ihren Mitschülern am Wahllokal im Pavillon am Hartwege bzw. in der Aula in der Gropiusstraße. Wie toll sie ihre Arbeit gemacht haben, zeigte sich auch daran, wie reibungslos und schnell die Wahl ablief.

Das Highlight für alle Wahlhelfer war die Stimmenauszählung am Donnerstag Nachmittag. Mit großem Trommelwirbel brachen wir die Siegel an der Wahlurne und entleerten die Wahlzettel auf einem riesigen Haufen. Die Auszählung ging flott – auch wenn wir wegen kleinerer menschlicher Fehler mehr als zweimal auszählen mussten. Aber am Ende stand es fest: Das Direktmandat in unserem Wahlkreis hätte Katrin Göring-Eckardt von Bündnis90/Die Grünen errungen! Und die Grünen setzten auch bei der Zweitstimme ihren überragenden Siegeszug fort: Mit 32,4 % aller Stimmen und 234 (von 598) Sitzen wären sie die stärkste Partei in unserem „Jenaplan“-Bundestag geworden. Nach ihr folgen die CDU mit 119 Sitzen (16,6 %), Die Linke mit 99 Sitzen (13,8 %), SPD mit 80 Sitzen (11,2 %) und Die Partei mit 66 Sitzen (9,1 %). Alle anderen Parteien hätten den Sprung in den Bundestag nicht geschafft.

Auf den Grafiken erkennt man, wie deutlich sich die Stimmabgabe unserer SchülerInnen von denen der Erwachsenen unterscheidet. Nach all den schönen Eindrücken, positiven Rückmeldungen sowie Gedanken und Gesprächen, die dieses Projekt bei vielen an unserer Schule ausgelöst hatte, stellt sich deshalb wieder einmal die Frage: Warum dürfen Jugendliche und Kinder nicht wirklich wählen gehen?

Ich danke allen Wahlhelfern für ihren tollen Einsatz, allen Kollegen, dass sie das Projekt so kräftig unterstützt haben, Georg Fedorov, der den Anstoß gab, den SchülerInnen des elften Jahrgangs für ihre Mühe und Bereitschaft sich für die Schulgemeinschaft ins Zeug zu legen und vor allem Maria Sayer (unserer Sozialkundereferendarin) für ihren über alle Erwartungen hinausgehenden Einsatz.

Auf ein Neues in vier Jahren!!!

Eure Gesine Herrmann
(Lehrerin für Physik und Sozialkunde, Organisatorin der Juniorwahl)

PS: Alle Angaben zu den Wahlergebnissen erfolgen auf Grundlage der Website des Bundeswahlleiters und ohne Gewähr.

veröffentlicht am 09.10.2017

Feedback

  • 1
    A. am 17.10.2017, 16:41: Der größte Dank geht an dich, Gesine!
    Ohne dein Engagement, Zeit- und Planungsaufwand wäre die Juniorwahl nicht zur Umsetzung gekommen. Danke!
    Auf dass die Juniorwahl eine Tradition an unserer Schule wird!
  • 2
    Gesine H. am 25.10.2017, 20:12: Hallo A.,
    danke für die lieben Worte! :-)
    Und, ja, natürlich werde ich mein Bestes geben, die Juniorwahl in vier Jahren wieder an unsere Schule zu holen.
    Bis bald, Gesine
  • 3